Schafe, Kaninchen und Hühner sind oft gern (aus)genutzte Nutztiere, die oftmals ein nur kurzes Leben erwartet. Schafe gebären Lämmer, die geschlachtet und gegessen werden, Kaninchen dienen als Fleischlieferanten und Hühner bringen Eier und eine schmackhafte Suppe. Doch blendet man den Faktor “Nutzen” aus, dann sieht man wunderbare Geschöpfe, die leben wollen. Die Freude am Leben haben. Die gerne in Gesellschaft sind und es genießen, geliebt zu werden.

Bei Celina und Stephan zählt nicht der Nutzen, sondern das Tier. Die beiden wohnen in Kematen am Innbach in Oberösterreich und haben mittlerweile rund 50 Tieren ein Zuhause auf Lebenszeit gegeben – 20 Kaninchen, ca. 20 Hühner, 5 Schafe und 2 Hunde leben bei ihnen. Zeitweise werden auch Igel zum Aufpäppeln und später dann Auswildern versorgt.

Als Privatperson sind einem irgendwann die Hände gebunden – auch wenn man vielleicht vom Platz her noch mehr tun oder aufnehmen könnte. Je mehr Tiere man artgerecht versorgt, desto höher sind die Kosten, wie zum Beispiel für weitere Gehege/Voliere oder Tierarztkosten bei Behandlungen von Sorgenkindern. Auch die Vermittlung von genesenen Tieren aus schlechter Haltung ist oftmals nicht so einfach. Deshalb möchten wir vom Projekt Lebenslänglich Celina und Stephan unterstützen, damit mehr Tiere versorgt werden können. Nachfolgend stellt Celina einen Teil der Schützlinge vor.

Die Kaninchen, Schafe und Hühner freuen sich sehr über Unterstützung bei Tierarztkosten, die Hasen brauchen weitere Voliere/Gehege, um den Nachwuchs aus einer Hasenrettung entsprechend unterbringen zu können.

Wer mag mit einer kleinen Spende helfen? Bitte im Betreff der Überweisung “rabbit hole” eingeben, dann leiten wir die Unterstützung 1:1 an Celina und Stephan weiter! Uns ist es momentan leider nicht möglich, Kaninchen bei uns aufzunehmen, stattdessen können wir ihnen so helfen. So können die Tiere fachkundig versorgt werden!


Celina stellt euch hier einen Teil der Tiere vor:

Es begann alles mit drei Schafen – ein Mutterschaf mit zwei männlichen Lämmern. Wir nannten die Mama Mildred und die Buben Elliot und Arthur. Mildred kommt aus der Zucht, sie gehört einer Fleischschafrasse an und ist fast 8 Jahre alt. Die Zwillinge waren ihre letzten Kinder. Sie hatte quasi ausgedient und wäre nach Absetzung der Lämmer zum Schlachter gegangen. Die Söhne (Frühjahr 2021 geboren) wären den Sommer über gemästet und dann geschlachtet worden. Mittlerweile sind die Buben kastriert und die drei dürfen einfach nur Schaf sein.

Im Sommer 2021 adoptierten wir noch zwei weitere Schafe – Dotty und Mathilda. Die beiden kommen aus einer aufgelösten Landwirtschaft. Der Landwirt hat alle seine Schafe an Lebensplätze vermittelt und uns die beiden sogar persönlich gebracht.

Neben den Schafen haben wir noch Hühner aus diversen Übernahmen oder Rettungen. Und noch unsere Kaninchenbande:

Dexter kommt aus einem Labor in Wien, da er so lieb und überraschenderweise menschenbezogen ist, hatte die Tierpflegerin im Labor Mitleid mit ihm und nahm ihn mit. Über Umwege ist er dann bei uns gelandet. Als er zu uns kam, war er extrem untergewichtig und krank. Einige Wochen musste ich ihn mit der Spritze aufpäppeln, weil er einfach nicht genug fressen wollte. Er hatte eine Lungenentzündung und war sehr schwach. Da er leider, wie für Laboris typisch, nicht sehr sozial anderen Kaninchen gegenüber ist, hat es in unserer großen Kaninchengruppe nicht geklappt, und so übernahmen wir spontan Ruby von der Kaninchen Helpline. Ruby wurde ausgesetzt, ihr Partnerkaninchen wurde bereits von einem Marder getötet. Die lieben Menschen von der Helpline konnten sie einfangen uns retteten so ihr Leben und sie lebt nun mit Dexter.

Dexter und Ruby

Dann gibt es noch Odette und Camillo. Camillo war ein Zuchtrammler, 5 Jahre lang musste er für Nachwuchs sorgen, der dann gegessen wurde. Er war immer alleine. Wir holten ihn zu uns, ließen ihn kastrieren und er darf seinen Lebensabend endlich in Gesellschaft anderer Kaninchen verbringen, was er mehr als genießt. Odette holten wir von einem Bauern zu uns, der Kaninchen zur Fleischerzeugung züchtete. In einer winzigen Bucht musste sie ihr Leben fristen. Ohne Beschäftigung, Platz oder artgerechtem Futter. Sie ist ca 4,5 Jahre alt und aufgrund ihrer Rasse auch etwas dicklich.

Odette und Camillo

Victor wurde in Wels ausgesetzt. Im November, einfach aus der Wohnung neben eine mehrspurige Straße auf einen Wiesenstreifen geworfen. Er hatte kein Winterfell und lief dort wohl schon einige Tage herum. Wir brauchten drei Tage, um ihn einzufangen. Dank der Hilfe einer lieben Freundin gelang es uns, ihn schlussendlich einzufangen. Zuhause trank er gleich eine ganze Schüssel Wasser aus, so durstig war er. Essen konnte er auch nicht richtig, also mussten ihm beim Tierarzt die Zähne gemacht werden, da er schmerzende Zahnspitzen hatte, die wohl von einer falschen Ernährung kamen. Auch sein Start bei uns war nicht leicht – ich musste ihn sicher einen Monat lang mit Brei zufüttern, doch als wir ihn dann in unsere große Volierengruppe vergesellschafteten, blühte er richtig auf.

Victor

Frank und Frederik kommen aus einem kleinen Gitterkäfig. Sie wohnten bei einer Frau, die beeinträchtig ist, und sich leider deswegen nicht artgerecht um die beiden kümmern konnte. So kamen sie als Pflegekaninchen zu uns, blieben aber für immer.

Hazel hatte ein besonders schlimmes Schicksal. Wir befreiten sie zusammen mit einem Kaninchenmann aus einem winzigen Gitterkäfig. Gerade so groß, dass sie sich umdrehen konnten. Außerdem hatten sie Gitter am Boden, keine Einstreu, kein Stroh, kein Heu, ja, nicht einmal regelmäßig Essen! Beide waren extrem unterernährt. Hazel war wohl einige Male vorher bereits trächtig, doch in Ermangelung an Platz, Nistmaterial oder Essen, riss sie sich wohl auch stressbedingt sämtliche Haare aus. Alle Babies, die sie dort gebären musste, starben natürlich unter diesen Bedingungen. Bei uns angekommen, blühte sie richtig auf, fraß Berge und kam langsam zu Kräften. Ihren Partner Archie ließen wir kastrieren und konnten ihn auf einen guten Platz vermitteln. Wie befürchtet war Hazel wieder trächtig und bekam bei uns, in Sicherheit, sieben gesunde Babies. Da sie soviel durchgemacht hat, würden wir Hazel gerne behalten.

Hazel mit einem ihrer Jungen

Wir suchen für die Jungtiere schon länger gute artgerechte Plätze, was allerdings nicht so einfach ist. Leider gibt es immer noch viele Menschen, die Hasen in kleinen Käfigen halten oder in “Kaninchenvillen”, die es so zu kaufen gibt. Die sind jedoch viel zu klein und nicht artgerecht! Pro Kaninchen sollten mindestens 3qm zur Verfügung stehen, um artgerecht leben zu können! Wir geben die Tiere nur in gute Hände, und dann ist es doppelt schwierig, Plätze zu finden. Damit sie bei uns bleiben können, brauchen wir mindestens ein weiteres Gehege.

Neben den Futterkosten entstehen somit ein paar hundert Euro Materialkosten für Gehege und Umbauten. Außerdem gibt es immer wieder Tierarztkosten für die Schafe und die Kaninchen.