Ein kleiner Überblick von ehemaligen Nutztierbetrieben, die den Umstieg auf Lebenshof gewagt haben.

Unterstützung bei der Umstellung bekommt man bei Hof Narr oder BeVeLa, die kostenfrei beraten und helfend unter die Arme greifen, wenn jemand aus der Nutztierhaltung aussteigen möchte.

ÖSTERREICH

Lebenshof Lebenslänglich in Radstadt / Österreich
– Josef und Juliane Habersatter –

Seit dem 18. Jahrhundert ist der “Sauschneidhof” in Familienbesitz und wurde seit Generationen als Milchbetrieb, zum Teil mit eigener Käsehandlung, geführt. In den 1990er Jahren wurde der Betrieb auf biologische Mutterkuhhaltung umgestellt, im Jahr 2020 folgte dann der Ausstieg aus der Nutztierhaltung und der Hof wird seit dem als Lebenshof geführt.

Über Spenden und Patenschaften wird dieses Projekt finanziert, zusätzlich zur veganen Zimmervermietung und der nachhaltigen Forstwirtschaft.

24 Rinder leben mit dem “Urteil Lebenslänglich” auf dem Hof und dürfen ihr “nutzloses” Leben einfach nur als “Landschaftserhalter” genießen.

“RinderWahnSinn” in Gföhl / Österreich
– Verein “Klosterhof Kultur” und “Happy Pigs & Friends” –

Hubert Gassner war schon immer ein besonderer, der stets Rinder in Bio-Freilandhaltung hielt und seine Mutterkuhherde über das Maß hinaus umsorgte. Seine “Pupperl” hatten immer einen besonderen Stellenwert. Dann erlebte er den “Wahn” und erkannte, was hinter Tiertransport und Schlachtung steht.

Mit einer Anfrage, ob er nicht Platz für vor der Schlachtung gerettete Schweine hätte, kam dann der “Sinn” in sein Leben. So entstand der Lebenshof RinderWahnSinn in Kooperation mit dem Verein “Happy Pigs & Friends”.

Heute finden unter dem Schutz vom Verein Klosterhof Kuhltur und Happy Pigs & Friends nicht nur Rinder und Schweine einen Lebensplatz, es gibt auch Workshops am Hof und es werden Bio-Lebensmittel aus eigenem Anbau und veganes “Schmalz” verkauft.

SCHWEIZ

Lebenshof Aurelio in Büron / Schweiz
– Beat und Claudia Troxler –

Der Milch- und Schweibemastbetrieb stellte 2020 auf einen Lebenshof um. Zum letzten Mal wurden die Kühe im September 2020 gemolken, und parallel dazu duften bereits die neugeborenen Kälber bei ihren Müttern bleiben.

Der Lebenshof Aurelio produziert seit November 2020 aus Bio-Hafer und eigenem Quellwasser Haferdrinks und ist in Umstellung auf Bio. Mit seiner Geschichte war der Hof auch bereits des öfteren in den Medien (Links auf der Hofwebseite).

Keines der Tiere am Hof wird mehr (aus)genutzt. Beat und Claudia finanzieren diese neue Art, eine Landwirtschaft zu führen, durch die Produktion von Pflanzenmilch, Tierpatenschaften und Spenden. Auch Events sollen künftig am Hof stattfinden.

Biohof Hübeli in Kallnach / Schweiz
– Urs Marti und Leandra Brusa –

Am 31.12.2017 wurde auf Urs’ elterlichen Hof, dank seines Einflusses und der Offenheit der Eltern, zum letzten Mal gemolken. Am 1.1.2018 begann die Umstellungsphase hin zur biologischen Landwirtschaft. Damit einher ging der Aufbau der Tierache Seeland und die Direktvermarktung wurde aufgebaut.

Auf 29 Hektaren landwirtschaftlicher Nutzfläche gedeihen diverse Ackerkulturen sowie Raufutter für die Tiere. Nebst großflächigen Kulturen wie etwa Brotweizen und Hafer werden auch kleinflächig Lebensmittel für die Selbstversorgung und die Direktvermarktung angebaut, zum Beispiel gibt es Linsen, Polenta, Kürbisse, Bohnen und Süßmais aus eigenem Anbau zum Verkauf.

Der Biohof Hübeli stellt regionale Haferdrinks her, betreibt einen Onlineshop und Hofladen mit seinen Produkten und bietet Tier- und Baumpatenschaften an. Auf der Hofwebseite von Urs und Leandra findet man auch interessante Medienberichte.

Hof Lebensparadies in Wald ZH / Schweiz
– Toni und Yvonne Kathriner –

Toni und Yvonne übernahmen 2010 den Hof von ihren Eltern und führten ihn als Milchwirtschaft weiter. Nach längerem innerem Kampf , und durch eine hohe Energiebehandlung ausgelöst, kam der Tag an dem Toni entschlossen wusste: Ich werde so nicht mehr weiter machen. Mit offenem Herzen und dem höheren Bewusstsein fiel es beiden wie Schuppen von den Augen und sie erkannten endlich, wem und was sie mit ihrem Handeln gedient hatten.

2017 wurden die letzten Rinder für den Verkauf abgeholt, von da an sollten keine Tiere mehr in den Tod geschickt und sie in keinster Weise mehr genutzt werden.

Im Frühjahr 2020 wurde dann der Verein Hof-Lebensparadies gegründet, über den Tier- und Baumpatenschaften vergeben werden.

DEUTSCHLAND

HerzMuht in Großharthau / Deutschland
– Pierre Zocher, Irina Wenzel und Christiane Kubeja –

Der ehemalige Milchviehhof begann 2019 den Betrieb nach und nach auf einen Lebenshof umzustellen. Kälber durften bei ihren Müttern bleiben, Stierkälbchen wurden nicht mehr verkauft, sondern durften als Ochsen auf dem Hof ihr “nutzloses” Leben genießen.

Rund 110 Rinder leben mittlerweile am Hof. Dank Spenden und Patenschaften ist die Zukunft der Tiere gesichert! Als symbolischer letzter Schritt in der Umstellung wurde im Februar 2021 der tausende Liter fassende Milchtank ausgebaut und dient nun als Wassertank auf der Weide.

Zusätzlich zu den eigenen Tieren bietet HerzMuht auch Rindern von Tierschutzvereinen einen Pensionsplatz, auf der Hofwebseite gibt es Informationen und Fernsehberichte.

Lebenshof Hohenwart in Germering / Deutschland
– Werner und Petra Supica –

Am ehemaligen “Nutztierhof” finden Rinder,  Schafe,  Schweine, Hunde und  Bartagamen ein artgerechtes und nutzfreies Zuhause. Die Hunde stammen zum Teil aus schlechter Haltung oder sollten sterben. Den sogenannten Nutztieren stand der Tod durch Schlachtung bevor.

Petra und Werner versorgen tatkräftig und mit viel Herz die zahlreichenTiere am Hof und haben auch viele weitere Schützlinge in Pensionsställen unter ihrer Obhut.

Der Verein lebt von Spenden und Patenschaften. Auf diesem Hof leben auch zwei Pinzgauer von unseren Lebenslänglichen!

Lebenshof Erika & Friends in Wegberg / Deutschland
– Heinz und Wilma Michiels –

Neben der Milchwirtschaft zählte auch der Ackerbau zu den Standbeinen des Hofes aus dem 19. Jahrhundert. Über Generationen wurde “wie gewohnt” gewirtschaftet, bis frischer Wind aufkam und 2016 die Milchwirtschaft eingestellt und komplett auf Ackerbau umgestellt wurde. Zeitgleich wurde der Lebenshof mit den ehemaligen Milchkühen gegründet, die mit ihren Kälbern von nun an ihr Leben “nutzlos” genießen durften.

Mittlerweile wird auf rund 90 ha Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln, Getreide und Raps angebaut. Außerdem leben über 50 Rinder am Hof, weiters noch Pferde, Ziegen, Schafe, Kaninchen, Schweine, Hühner und Katzen.