Pünktchens 9. Geburtstag + Fotos

Unsere liebe Pünktchen ist eine absolut inkomplizierte Kuh und hält sich bei Menschen gerne zurück. Sie ist glücklich, wenn sie ihre Ruhe und ausreichend Futter hat!

In der Blüte ihres Lebens ist Pünktchen bei bester Gesundheit und darf schon bald wieder die Weide und Alm genießen – zum ersten Mal ohne Mutterpflichten!

Den Namen verdankt sie übrigens die drei Punkte am linken Hinterbein, die es der LandVirtin ermöglichen, sie auch ohne Nummer von anderen großen Kühen zu unterscheiden 😀

Liebe Pünktchen, bleib weiterhin so fit und unkompliziert und genieße dein Leben!

Update 15.12.2020

Täglicher Auslauf bei den Kühen – heute gibts nochmal Fotos von der Hinkebein-Gruppe:

Pünktchen
Einhorn Emilia
Schon mal eine Kuhzunge betrachtet?
Hope
Whitey
Lisa
Mathilda
Pünktchen hat von Heu zu Silo gewechselt.
Samy
Lisa und Hope
Samy
Lisa
Kira

Updates & Fotos 17.11.2020

Nun hat die Stallzeit begonnen! Ab sofort gehen wir morgens und abends rüber und füttern die Kühe, misten aus, streuen frisches Stroh ein und schauen, ob es allen gut geht. Da wir noch Anbindehaltung haben, kommt jeden Tag eine Gruppe von Kühen raus in den Auslauf, während die Kälber in der Box sind.

Dabei kann man unterschiedliches beobachten: Zuerst stürmen die Kühe raus, dann stellen sich gleich die ranghöheren zur Raufe und sichern sich den besten Platz am Silo, ehe das große Futtern beginnt. Ein, zwei Kühe gehen stattdessen zu Bürsten oder zur Stallecke und kratzen sich ausgiebig. Die rangniederen Tiere schleichen dazwischen herum und versuchen, nicht zu sehr aufzufallen, wie zum Beispiel die einjährigen Kalbinnen Whitey, Kira und Samy. Sie stehen lieber etwas abseits an der Heuraufe. Generell sind die jüngeren Tiere eher jene, die Platz machen müssen, wenn eine ältere Kuh des Weges kommt.

Bei der aktuellen Gruppengröße von acht bzw. neun Kühen geht es sich allerdings schön aus, dass sie ein paar Stunden im Auslauf verbringen können, ohne sich zu sehr in die Quere zu kommen.

Ein paar Worte noch zu den gesetzlichen Vorgaben bei Anbindehaltung: In der Biohaltung ist momentan vorgegeben, dass die Kühe in der Stallzeit von November bis April 2x wöchtentlich Auslauf bekommen müssen. Dies muss in einem Kalender dokumentiert sein und bei einer Kontrolle vorgelegt werden. Doch wer kontrolliert, ob diese 2x wöchentlich eingehalten werden oder ob nur einfach so Striche gemacht werden? Von einer Auslaufdauer ist übrigens nichts angegeben. Das kann also von 5 Minuten bis zu 5 Stunden alles sein.

Lisa
Samy
Emilia
Kira
Emilia
Pünktchen
Whitey

Eine ausgiebige Körperpflege darf ebenfalls nicht fehlen – die älteren Kühe sind bis auf Hinkebein ja noch eher skeptisch, was die Kuhbürste betrifft. Sie sind halt noch vom alten Schlag und können mit dem neumodischen Zeug nicht viel anfangen. Die jüngeren genießen es dafür umso mehr.

Dabei hat jede Kuh ihre Vorlieben – die einen mögen es lieber, am Rücken gekratzt zu werden, andere seitlich am Hals oder im Gesicht oder an den Hörnern. Und manche stemmen sich gleich mit dem ganzen Körper dagegen und können überall nicht genug davon bekommen!

Weidezeitverlängerung!

Ursprünglich war geplant, dass jetzt dann die Stallzeit beginnt, doch der Herbst hatte anderes vor – bis in die nächste Woche hinein soll es nun traumhaft schön und warm werden! Also wurden alle Kühe, die keine Kälber haben, “rausgeschmissen” und dürfen nun noch bis nächste Woche die Weide genießen. Sie sind zusätzlich mit einer Siloraufe versorgt und brauchen sich nicht mal viel zu bewegen, um zum Wasser in der Badewanne zu gelangen. Meistens halten sie sich dort in der Nähe des Waldes auf, untertags legen sie sich auf der Weide in die Sonne.

Bis auf Vanilli ließen sich alle fotografieren.

Milli
Pünktchen
Blacky
Samy
Mathilda
Pünktchen
Kira
Hope
Mona
Samy
Mathilda
Milli
Hedy
Stella
Whitey
Mathilda
Milli

Hedy und Pünktchen nehmen Abschied

Mit dem Entschluss, vom Mutterkuhbetrieb auf Lebenshof umzustellen, wussten wir, dass wir uns im Herbst noch ein letztes Mal von jenen Kälbern und Kühen verabschieden müssen, die regulär zur Mast oder zum Schlachthof verkauft worden wären. Wir haben im Winter nur für 20 Kühe Platz, deshalb ist dieser Schritt unumgänglich!

Nun war es so weit – die ersten Tiere sollten abgeholt werden. Oldie, die älteste Kuh am Hof, und ihr Kalb hatten einen Platz auf einem Gnadenhof gefunden. Mit dabei auch zwei Stierkälber – jene von Hedy und Pünktchen.

Um die Kälber möglichst schonend zu entwöhnen, haben wir die drei Kühe mit den Kälbern in den Stall gestellt und nebeneinander angebunden. So ist es am einfachsten, damit die Kälber die Scheu vor Menschen verlieren, den menschlichen Umgang kennenlernen. Sie lernen die Stallarbeit kennen und werden aus der Hand mit Leckerlis gefüttert. Über den Sommer auf der Alm ohne direkten menschlichen Kontakt sind viele der Kälber, die zuvor auch schon eher zurückhaltend waren, sehr scheu geblieben. Im Stall können die Kälber zudem direkt neben den Mamas sein, jedoch nicht mehr trinken. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass dies die beste und stressfreieste Lösung für alle ist. Nach ein paar Tagen ist der Umgang mit den Kälbern bereits viel besser. Auch für die neuen Besitzer ist dies praktischer, da sie nicht komplett scheue Kälber bekommen. Zwischendurch gibt es auch mal Auslauf.

Am Freitag den 2. Oktober war es dann so weit – der große Transporter kam, um Oldie und die drei Kälber abzuholen. Durch die “Sozialisierung” in den vorangegangenen Tagen war es recht einfach, die Kälber auf den Anhänger zu verladen. Oldie machte ebenfalls keine Probleme und warf ein achtsames Auge auf ihre drei Schützlinge. Die vier sind in ihrem neuen Zuhause gut angekommen und dürfen ihr Leben nun auf einem Gnadenhof in Oberösterreich verbringen.

Hedy und Pünktchen waren relativ ruhig, nachdem die Kälber weg waren. Normalerweise rufen sie nach plötzlichen Trennungen bis zu drei Tage fast ununterbrochen. Auf diese Weise lief es jedoch viel ruhiger ab und die beiden kamen kurz darauf zu den anderen auf die Weide. Für die beiden kann nun offiziell die Pension beginnen 🙂

PS: Als Hedy im Stall war, war übrigens auch der Tierarzt da, weil sie kahle juckende Stellen an den Augen hat. Hedy hat einen Parasitenbefall und bekam ein Mittel dagegen. Nun juckt es nicht mehr und die Haare wachsen dort schon wieder nach.

Das letzte Kalb ist geboren

Am 1. Mai 2020 bekam Pünktchen ihr nun letztes Kalb, einen kleinen Stier. Nur zwei Wochen zuvor hatten wir beschlossen, diesen neuen lebenslänglichen Weg zu gehen. Da wir die Umstellung des Hofes in der nun laufenden Kälbersaison gewagt haben, müssen wir die Kälber im Herbst zum letzten Mal noch verkaufen. Wir sind aber dabei, für alle Verkaufstiere einen Lebensplatz zu finden!

Auch dieser kleine Mann muss seinen Weg ohne Mama gehen – zumindest die weitere Mast oder der Schlachthof sollen ihm erspart bleiben. Vielleicht schaffen wir mit unserem Projekt auch mehr Bewusstsein dafür, wie alles miteinander verbunden ist – jeder Schluck Milch unterstützt, dass Kälber geboren und dann getötet werden. Das ganze System funktioniert nur, wenn laufend Kälber zur Welt kommen.

Pünktchens Geschichte

Pünktchen kam am 19.4.2012 hier am Hof zur Welt. Sie ist eine reinrassige Pinzgauerkuh und lebte hier am Hof in der sogenannten Mutterkuhhaltung. Das heißt, sie wurde im Sommer auf der Alm von einem Stier begattet und hat im Frühjahr darauf ein Kalb zur Welt gebracht.

Kühe in der Mutterkuhhaltung erleben den Trennungsschmerz nicht wie Milchkühe unmittelbar oder Tage nach der Geburt, sondern ein paar Monate später. Es dauert bis zu drei Tage, bis Kühe nicht mehr nach ihren Kälbern rufen. Als Landwirt sieht man das aber als “normal” an – es gehört zum jährlichen Kreislauf dazu und man denkt dann nicht mehr darüber nach.

In der “normalen” Haltung (als Mutterkuh oder Milchkuh) würde Pünktchen schon zum älteren Semester gehören. Vielleicht würde sie noch ein oder zwei Kälber bekommen, dann wäre der Weg zum Schlachter gewiss.

Wir sind froh, aus diesem System aussteigen zu können und Kühen wie Pünktchen eine Zukunft zu ermöglichen!

Die drei Punkte an ihrem linken Hinterbein haben Pünktchen den Namen verliehen 🙂