Unsere Kälbergruppe – 13.12.2020

Alle sieben Kälber entwickeln sich prächtig, alle sind zahm und sie genießen ihre Streicheleinheiten – selbst Lilly, unsere bisher scheueste!

Cookie ist in den letzten Wochen ein gutes Stück gewachsen und frisst schon brav. Sie ist die einzige, die auch auf ihren Namen reagiert und kommt, wenn man sie ruft. Allerdings nur, wenn keine Zuschauer dabei sind – der berühmte Vorführeffekt!

Die Kuhbürste ist immer noch heiß begehrt. Wir sind schon auf die Stromrechnung im nächsten Jahr gespannt …

Die Kälber im Auslauf.
Cookie
Cowboy
Lilly
Willy
Anouk
Mini Emi
Hermine

Mittagsschläfchen bei den Kälbern

Tagsüber, wenn die Sonne in den Auslauf scheint, ziehen sich die Kälber momentan gerne in die Box zurück und schlafen. Das ist für uns recht praktisch, denn wir brauchen dann nur das Tor zu schließen und können die Kühe rauslassen. Gut erzogen, oder?

Update von der Kälbergruppe, 15.11.2020

Die Kälber haben sich super als Gruppe zusammengefunden und sind sehr brav. Fast alle lassen sich streicheln und kraulen, nur Lilly ist immer noch etwas eigen und hält lieber Abstand. Obwohl wir alle gleich behandeln und Willy zum Beispiel zu einem absoluten Schmuser geworden ist, ist Lilly immer noch sehr scheu und schüchtern.

Hermine
Lilly
Anouk
Willy
Lilly
Gemeinschaftliches Fressen nach Sonnenuntergang

Für die Kälber wird es ernst!

Wir haben damit begonnen, die Kälber von ihren Mamas zu entwöhnen. Das ist deshalb so wichtig, weil wir die Kälber im Winter als eigene Gruppe halten, was platztechnisch so am besten ist. Es sind ja doch 7 Kälber aus diesem Jahr, die wir behalten!

Die Kälber und ihre Mamas machen sich recht gut. Diese Phase ist oftmals mit lautem Muhen verbunden 🙁 Natürlich ist so eine Entwöhnung nie leicht – umso froher sind wir, dass dies zum letzten Mal sein muss!

Mittlerweile ist es in der Kälbergruppe recht entspannt. Sie sind mit Cookie im Auslauf und genießen im Stroh liegend die Sonne. Für uns hat dies auch einen Vorteil, denn ohne Mamas können wir mehr Zeit mit den Kälbern verbringen, uns zu ihnen ins Stroh legen und mit ihnen kuscheln.

Hermine
Mini Emi
Hermine
Hermine
Cowboy
Cookie
Hermine

Mini Emis Sommerrückblick

Als letztgeborenes Kalb war Emi eher hinter den anderen, was die Größe betrifft. Doch die Zeit auf der Alm machte alles wett und mittlerweile ist sie gleichauf mit den anderen Kälbern.

Hier ein paar Bilder vom schönen Almsommer:

Emilias und Mini Emis Almsommer

Was für eine Wende! Da Emi nun ihr Leben bei Mama Emilia verbringen darf und somit zum Kreis der Lebenslänglichen unseres Hofes gehört, genießen wir die Kleine umso mehr. Nun, wo wir wissen, dass wir uns von ihr nicht im Herbst verabschieden müssen, ist es gleich ein ganz anderes Gefühl, wenn man in ihrer Nähe ist und sie streichelt. Ansonsten versucht man ja doch irgendwie, nicht eine zu große Bindung aufzubauen, damit der Abschied später dann leichter fällt.

Da es nun auch eine erste Patin gibt, gibt es hier mal ein paar Fotos vom Almsommer der beiden – Emilia und Emi scheinen es bisher sehr genossen zu haben, bis auf das Unglück am Ende, das jedoch für Emi eine ganz besondere Bedeutung hat.

Auf den Bildern sieht man toll die Entwicklung vom kleinen neugeborenen wuscheligen Kalb hin zum mutigeren hübschen Mädel 🙂

Almupdate 22. Juni 2020 – Emilia

Emilia und ihr Kalb Mini Emi haben sich wunderbar auf der Alm eingelebt! Während das Kalb bei der großen Herde ganz oben auf einem Steilhang war, genoss Emilia weiter unten bei einem Hochmoor mit ein paar Youngsters die Ruhe. Durch das tolle soziale Gefüge innerhalb der Herde, ist es den Kühen auch mal möglich, alleine zu weiden, während der Nachwuchs bei anderen Kühen bleibt. Quasi ein Kälber-Kindergarten.

Jetzt sind übrigens auch noch andere Tiere auf der Alm: Kühe von zwei anderen Landwirten und zwei Pferde. Alle verstehen sich wunderbar und sind teilweise als große Herde beisammen.

Emilia und die kranke Stella

Während die große Herde bereits die Almluft genießt, sind noch zwei Kühe mit Kälbern zuhause. Die kranke Stella mit ihrem Kalb und Emilia mit dem letzten Mädel, das geboren wurde. Emilia und ihrem Kalb Mini Emi geht es gut, und eigentlich hätte sie schon auf die Alm gekonnt, aber da wir noch Stella mit ihrem Kalb zuhause haben, ist auch Emilia mit Baby bisher hier geblieben. Der Plan wäre, dass wir sie gemeinsam mit der anderen Kuh raufbringen, wenn sie fit genug ist.

Doch was hat es mit der kranken Stella auf sich? Vor zwei Wochen hatte sie kaum gefressen und die Geburt stand kurz bevor. Der Tierarzt kam, weil mein Mann merkte, dass etwas nicht stimmte. Er sollte recht haben – die Gebärmutter war verdreht und das Kalb konnte nicht zur Welt kommen. Zum Glück konnte der Tierarzt innerhalb weniger Minuten die Gebärmutter wieder zurückdrehen und weitere fünf Minuten später war das Kalb geboren – ein hübsches gesundes Mädel. Es ging alles noch gut.

Am nächsten Tag hatte Stella immer noch kaum gefressen. Wieder kam der Tierarzt und diagnostizierte Milchfieber – ein schwerer Kalziummangel, der bei Kühen auftritt, wenn die Milch einschießt. Normalerweise ist dies in der Milchviehhaltung häufiger, selten in der Mutterkuhhaltung. Wir hatten diesen Fall zum Beispiel noch nie. Stella bekam also eine Infusion, doch besser wurde es nicht. Der Tierarzt war schon Stammgast am Hof. Eine Entzündung der Gebärmutter kam noch dazu. Wieder Medikamente und das Hoffen auf Besserung. Insgesamt versuchen wir nun seit zwei Wochen die Kuh zu behandeln, doch die Milch für das Kalb wird immer weniger. Seit drei Tagen füttern wir es deshalb mit Pulvermilch, damit es nicht verhungert. Mittlerweile haben wir Blutwerte und hoffen, dass es nun endlich bergauf geht. Leider kamen da wohl gleichzeitig mehrere Baustellen zusammen.

Da wir für das Kalb reagieren müssen, das nun gefüttert werden muss, haben wir uns um einen Platz umgesehen, wo es entsprechend versorgt wird. Da unsere Kühe ja dann alle auf der Alm sind und wir das Kalb alleine hier am Hof versorgen müssten, ist diese Entscheidung notwendig geworden. Sie ist nicht leicht gefallen, doch heuer müssen wir noch von ein paar Tieren Abschied nehmen. Das wussten wir, als wir mit diesem Projekt gestartet sind, doch wir sehen positiv in die Zukunft, wo wir nicht mehr die Qual der Wahl haben müssen. Wo wir einfach nur mehr die Kühe haben, die lebenslänglich bei uns leben dürfen.

Solche Fälle sind übrigens für Landwirte wirtschaftlich gesehen nie leicht. Die Tierarztkosten belaufen sich mittlerweile auf rund 400 € und je nach weiteren Verlauf können die Kosten noch steigen oder man kann im schlimmsten Fall auch noch die Kuh verlieren. Dann noch die separate Versorgung des Kalbes … Als Landwirt ist man auch Geschäftsmann, und ich denke, dass dies bei vielen den Druck erhöht. Wir hoffen, dass dieser Druck zumindest bei uns wegfällt, wenn wir ab nächstes Jahr keine Kälber mehr bekommen.

Mini Emis Geburt

Lange hat Emilias erstes Kalb auf sich warten lassen, doch am 8. Juni 2020 war es so weit – Mini Emi war geboren! Zu diesem Zeitpunkt noch mit dem Wissen, dass Emi zu jenen Kälbern gehört, die nicht am Hof bleiben können, jedoch auf einen Lebensplatz vermittelt werden.

Die Bindung von Emilia und Emi war von Anfang an sehr stark, und die Jungmutter kümmerte sich rührend um die Kleine. Hier ein paar Bilder von der Geburt und den ersten Tagen.