Elf Jahre ist unsere Linda nun alt – in der Herde bezeichnen wir sie gerne als Super-Mom! Drei Kälber hat Linda in ihrem Leben als Mutterkuh zur Welt gebracht, zwei davon durften an ihrer Seite bleiben, wurden bis ins „Erwachsenenalter“ geliebt, geleckt und umsorgt. Die „Große“ war Vanilli, die leider letztes Jahr verstorben ist, der „Kleine“ ist Cowboy, der immer an ihrer Seite ist, auch wenn er schon sechs Jahre alt ist.
Ein Kalb musste Linda dem System opfern – Vanilli war 2018 ihr erstes Kalb, das zweite im Jahr 2019 wurde im Herbst des selben Jahres verkauft (weil es halt so gemacht wird im System der Nutztierhaltung). Drei Tage lang brüllten die Kühe nach der Zwangstrennung meist nach ihren Kälbern, bis sie aufgaben und sich dem Schicksal hingaben. Umso schöner war es, dass wir 2020 den Kreislauf durchbrachen und zu einem Lebenshof wurden. Wir durften Linda endlich ihr geliebtes Kalb lassen und im Laufe der sechs Jahre beobachten, was sich daraus entwickelt. Das Ergebnis: Eine Kuh, die ihr „Baby“ immer noch umsorgt, liebt, leckt und an ihrer Seite hat. Ein „Kalb“, das seine Mutter überragt, dessen Nähe auch ausgewachsen noch sucht und mit Genuss an ihrem Euter nuckelt. Die beiden haben eine ganz besondere Verbindung.
Ohne dem Urteil Lebenslänglich hätte Linda in den letzten sechs Jahren sechs Kälber gehen lassen müssen. Der Dank wäre der Schlachthof gewesen, denn sie nun von innen kennengelernt hätte, denn älter als zehn Jahre werden Mutterkühe kaum. Zum Glück ist es bei uns nun anders.
Happy MUHday, Linda!


