Newsletter Jänner 2021

Hey ihr lieben Paten und Unterstützer!

Bei uns gibt es nun langsam mehr Schnee und immer noch ist es ziemlich kalt. Nur gut, dass die Rinder so ein gutes Winterfell haben. Die Kälte macht ihnen nicht so viel aus. Blöd ist’s nur, wenn der Wind dann doof bläst, da verziehen sich die Kälber dann auch lieber in die Box in den Stall.

Bei uns ist alles ruhig. Alle – Mensch und Tier – sind soweit gesund und fit. Nur von zwei Hühnern mussten wir uns leider in den letzten Wochen verabschieden. Hennriette starb noch im alten Jahr, Helga folgte ihr vor kurzem. Für uns ist dies wieder eine neue Erfahrung, da normalerweise Hühner entweder geschlachtet wurden oder der Fuchs sie holte. Nun sterben sie, weil ihr Körper nicht mehr mitmacht. Langsam wissen wir jedoch, auf welche Anzeichen wir achten müssen und können beim nächsten Mal vielleicht besser und schneller reagieren. Mit ihren drei Jahren waren sie jedoch schon deutlich älter als ihre Kolleginnen “im System”.

Die Kälber entwickeln sich super und wachsen rasant weiter. Zwischen der größten der Kälber, Anouk, und den bald 2jährigen wie ihrer großen Schwester Whitey ist nicht mehr viel Unterschied. Cookie, die jüngste, macht sich auch super. Sie frisst brav mit den anderen mit und bekommt von uns noch Extraportionen an Leckerlis.

Auch die Kühe machen alle einen guten Eindruck. Normalerweise wären sie jetzt schon im letzten Drittel ihrer Trächtigkeit und hätten schon einen schönen Bauch, nun sind alle rank und schlank, was recht ungewohnt für uns ist. Bisher zeichnet sich nicht ab, dass jemand ein Überraschungspaket in sich trägt. Im Sommer waren nämlich auch andere Kühe von anderen Bauern auf der Alm und da war ein Stierkalb dabei, das 4-5 Monate alt war und hormonell schon ziemlich rumbrüllte. THEORETISCH wäre es möglich, dass er gegen Ende der Almzeit schon “aktiv” war, doch wir denken, dass er es bei den großen Kühen nicht geschafft hätte aufgrund der Größe, und die ein-, zweijährigen haben wir im Herbst vom Tierarzt anschauen lassen. Eigentlich müsste alles passen. Da dies aber auch für uns wieder eine neue Situation darstellte, wird es in Zukunft nur noch kastrierte Stierkälber auf der Alm geben, sofern ein anderer Landwirt eines hat. Wir möchten das echt unterbinden, dass da noch Nachwuchs kommt.

Was gibt es sonst noch zu sagen? Wer uns auf Instagram folgt, wird eh uptodate sein 😀 Alle anderen können gerne Fragen stellen, wenn noch was fehlt.

Eines noch: Falls es wer nicht mitbekommen hat – im ORF 1 wurde eine Doku ausgestrahlt zum Thema Tiertransporte und billiges Fleisch. Da die Dokumentation zur Primetime um 20:15 gezeigt wurde, denke ich, dass es ziemlich viele gesehen haben. Meist ist es so, dass viele zwar dann schockiert sind und schwören, so etwas nicht (mehr) unterstützen zu wollen, doch wirklich ändern oder Veganismus als Lösung sehen, das machen die wenigsten. Sehr schade. Deshalb ist es umso wichtiger, aufzuklären und andere Lösungen aufzuzeigen. Danke, dass du schon etwas verändert hast!

So, jetzt gehts wieder back to homeschooling. Die Motivation hält sich in Grenzen, aber mangels anderer Tätigkeiten (Lockdown, keine Gäste) sind wir froh um Beschäftigung 🙂

Wünschen euch alles alles Liebe und viel Durchhaltevermögen in dieser turbulenten Zeit!

Und hier noch ein paar Fotos:

Blacky
Hedy
Latte
Hedy
Vanilli
Linda
Stella
Milli
Milli
Hedy
Hedy findet nun, es ist genug mit fotografieren.
Mona
Linda
Milli
Blacky

Spaziergang mit Cookie

Cookie hat momentan noch die perfekte Größe, um mit ihr spazierengehen zu können. Sie ist bergauf weg vom Stall zwar recht widerwillig, doch sie geht recht brav mit und bereitet viel Freude. Kaum geht es dann retour, fetzt sie wie eine Rakete runter zum Stall, sehr zur Freude der Kinder. Mal schauen, wie lange sie noch halfterführig bleibt. Bei unseren Kühen war es nie notwendig, weshalb sich keine führen lässt. Vielleicht ist Cookie ja die erste 😀

Update 8.1.2021

Es ist gar nicht so einfach, die Rinder einzeln zu fotografieren. Sie denken immerzu, dass sie dann Leckerlis bekommen und versuchen, das Handy abzulecken. Deshalb sind viele Bilder unscharf und nicht perfekt, doch im Grunde geht es ja nur um das wunderbare Wesen, dass am Bild zu sehen ist, oder? 🙂

Hier ein paar Schnappschüsse der letzten Tage:

Hope
Lisa
Whitey
Lisa
Hope
Hope
Samy
Cookie
Kälbergruppe im Stall in der Box

Kühe, Haus, Umgebung – 3.1.2021

Hier ein paar Impressionen von unserer Umgebung. Wir haben zwar noch nicht viel Schnee, doch ein leichtes Winterfeeling kommt dennoch auf. Die Pisten haben geöffnet und in den Wiesen kann man sogar “Rutschplattln” / Bobfahren. Was will man (Kind) mehr?

Blick vom Tal auf unseren “Hügel”.

Cowboy und Linda – untrennbar!

Als wir beschlossen hatten, mehr Kälber als geplant zu behalten, wussten wir, dass wir sie ein letztes Mal von den Kühen trennen müssen. Platztechnisch ist es einfacher, eine Kälbergruppe im Auslauf und in der Box zu halten, als noch fünf große Kühe dazu. Deshalb hatten wir sie im Herbst für die Entwöhnung getrennt, damit die Milch der Kühe versiegt.

Nach ein paar Wochen ließen wir vereinzelt Kälber zu ihren Mamas, um zu schauen, was sie machen. Alle erkannten sie zwar, doch als die Kälber instinktiv zum Euter gingen und trinken wollten, wehrten sie es ab und ließen sie nicht mehr heran. Dabei war uns aufgefallen, dass Linda die einzige war, die hin und wieder im Stall nach ihrem Sohn Cowboy gerufen hat. Und Cowboy war auch der einzige, der dann reagierte; und auch umgekehrt, wenn er rief, antwortete Linda.

Nun ist es also so, dass Cowboy zu den Kühen darf, wenn Linda mit ihrer Gruppe draußen im Auslauf ist. Er geht dann gleich zu ihr, nuckelt am Euter (auch wenn scheinbar keine Milch drin ist) und ist am Ende dann, wenn es für die Kühe wieder in den Stall geht, im Gesicht oder am Hals ganz nassgeleckt von Linda. Die zwei sind immer noch sehr stark verbunden.

Interessant ist, dass Vanilli, die große Schwester, auch in dieser Gruppe ist, sie jedoch kein Interesse mehr zeigt, zu trinken.

Wir sind gespannt wie das weitergehen wird. So eine Situation ist völlig neu für uns!

Hier hatte sich Hermine auch mit rausgeschmuggelt zu den Kühen. Cowboy trinkt bei Linda daneben.

Update Kälber 1.1.2021

Auch die Kälber sind gut ins neue Jahr gerutscht. Cookie, die jüngste, wächst und gedeiht gut heran, und auch Anouk legt größenmäßig ein gutes Tempo vor.

Lilly und Emi, hin und wieder auch Hermine, sind momentan die frechsten und stoßen manchmal hinterhältig ordentlich an, wenn man ihnen den Rücken zukehrt. Dafür sind die Burschen Cowboy und Willy unglaublich sanft und genießen es, wenn man sie krault und streichelt.

Eines aber haben alle gleich – sie lieben Leckerlis wie Apfelstücke, Brotscheiben oder Kraftfutter. Da stehen alle dichtgedrängt in der Box und hoffen, etwas zu erhaschen!

Update 1.1.2021

Wir sind alle gut im neuen Jahr angekommen und die Kühe haben die Nacht gut überstanden. Aufgrund eines “Feuerwerkverbotes” in unserem Städtchen, hat sich der Lärm ziemlich in Grenzen gehalten. Auch wenn sich nicht alle dran gehalten haben, war es schon viel ruhiger, als in den letzten Jahren!

So vergeht Tag um Tag und es gibt nicht viel zu berichten. Alle Kühe und Kälber sind fit und munter und die kleinen wachsen und gedeihen bestens.

Wir sind sehr gespannt, was uns alles in diesem Jahr erwarten wird. Wir haben einiges vor – am Stall gehört eine Dachseite neu gemacht und wir wollen auf einen Laufstall umbauen. Darauf freuen wir uns schon sehr, auch wenn es sehr arbeitsintensiv sein wird, vor allem, weil Josef vieles selber machen möchte.

Rückblickend sind wir aber sehr froh, wie sich alles im vergangenen Jahr entwickelt hat und freuen uns extrem auf dieses Jahr, das bestimmt so positiv weitergehen wird – für unsere Tiere, für unsere Umwelt und für unsere Gesundheit!

So sieht es neben der Kuhbürste aus – alles voller Haare!

Weihnachtsgrüße, Jahresrückblick, Neujahrswünsche

Liebe Paten, liebe Patinnen, liebe Unterstützer:innen!

Zu Weihnachten und zum Jahreswechsel ist es an der Zeit, mich mal bei euch allen zu melden, euch von den letzten Monaten zu berichten und uns für all eure Unterstützung zu bedanken!

Manche von euch folgen uns schon von Anfang an, seit ein paar Monaten oder erst seit kurzem, mit vielen sind wir über Instagram oder WhatsApp im Austausch und manche verfolgen die News auf der Webseite. Nun gibts eine geballte Ladung “Lebenslänglich” direkt vor deine Nase 🙂

Zuerst einmal: Frohe Weihnachten an euch alle!


Ich hoffe, ihr habt die Feiertage schön verbracht und genossen, so wie ihr es euch gewünscht habt! Wir haben es im kleinen Kreis als Familie sehr ruhig angehen lassen und veganes Raclette gegessen. Es war unser erstes veganes Weihnachten und wir haben es geliebt!

Womit wir schon beim Thema wären:
Vor einem Jahr noch waren wir “Fleischliebhaber” – auf dem Steinplattengrill brutzelte Kalbs- Puten- und Schweinefleisch, darunter in den Racletteförmchen Käse. Dieses Jahr war alles vegan. Was für ein Wandel!
Die Zeit von Weihnachten bis Silvester hatten wir letztes Jahr dann dazu genutzt, Filme wie Gamechanger, “What the health”, “Das System Milch” oder “Gabel statt Skalpell” anzuschauen. Ich folgte auf Instagram immer mehr Veganern und wurde so mit vielen Fakten konfrontiert, die mir / uns vorher nicht bewusst waren. Im Oberstübchen begann es ordentlich zu rattern!
Dann tauchte Veganuary auf meinem Radar auf mit der Aufforderung, es doch mal einen Monat lang vegan zu versuchen. Vegan war für mich zu der Zeit noch sehr weit weg, aber zumindest mal bewusst auf Fleisch zu verzichten, das konnte ich mir vorstellen. Also tat ich es. Ich kochte und aß selbst nur die Beilagen, während der Rest der Family “normal” aß. Mein Mann fragte mich, ob ich das jetzt echt machen wollte. Er konnte es nicht glauben. Und dann plötzlich, nach ca. 2 Tagen, sagte er, er wolle es auch versuchen. Wohlgemerkt: Wir hatten immer mindestens 2x täglich Fleisch, Wurst oder ähnliches!
Bei mir waren es ökologische Gründe, bei Josef gesundheitliche. Das war am 15. Jänner 2020. Von da an aßen wir kein Fleisch mehr und tauschten von da an immer mehr tierische Lebensmittel mit pflanzlichen aus. Es fiel leichter als gedacht! Zumindest so rückwirkend betrachtet … 😉 (Heute können wir stolz sagen, komplett vegan zu sein und eine tolle abwechslungsreiche Küche kennengelernt zu haben. Viele Dinge, die wir heute gerne essen, hätten wir vor einem Jahr nie angerührt! Wir haben uns ernährungstechnisch um 180 Grad gedreht!)

Im März bezeichneten wir uns noch als Vegetarier und “so gut es geht”-Veganer. Und das war dann zu Beginn der Coronapandemie auch die Zeit, wo wir uns um den landwirtschaftlichen Betrieb Gedanken machten. Diese Geschichte kennen wahrscheinlich die meisten und sie gipfelte darin, dass wir Ende April beschlossen, von Mutterkuhhaltung auf Lebenshof umzustellen.

Und nun? Wir haben mehr als ein halbes Jahr als Lebenshof hinter uns! Wir haben viele tolle Unterstützer:innen und Pat:innen gefunden, wir konnten bereits einiges realisieren für die Kühe und haben noch viel vor. Aber das schönste: in diesem Jahr wurde kein Kalb und keine Kuh in den Tod geschickt! Alle Kühe und Kälber, die geschlachtet oder zur Mast geschickt worden wären, haben Lebensplätze entweder in Deutschland auf einem Lebenshof oder auf einem Gnadenhof in Oberösterreich gefunden oder konnten bei uns bleiben. So wurde von ursprünglich 20 Kühen auf 24 Rinder aufgestockt – bei den zahlreichen Damen sind nun auch die beiden Ochsen Cowboy und Willy dabei.

In diesem Jahr konnten wir die Kosten, die uns “entgangen” sind (Verkaufserlös der Kälber/Kühe) mit den Patenschaften abdecken und zudem über Spenden bereits ein kleines Polster für nächstes Jahr für den Stallumbau anlegen. Da gehen wir von etwa 40.000 € aus, wovon den Großteil wir selbst finanzieren werden bzw mein Mann durch Eigenleistung viel einsparen kann. Außerdem braucht der Stall noch bei einem Teil ein neues Dach. Arbeitsmäßig haben wir da also noch einiges vor.

In den letzten Monaten konnten wir jedoch auch bereits einiges anschaffen, was sonst wohl eher nicht passiert wäre im “normalen” landwirtschaftlichen Leben. Im Sommer hatten die Kühe statt der Glocken GPS-Halsbänder, wovon wir 3 gekauft haben. Es war dadurch so schön ruhig bei der Herde! Und wir wussten dennoch, wo sie sich herumtrieben. Ein Band kostet etwa 120 €.
Die allerbeste Investition war jedoch die Kuhbürste, die ihr bestimmt schon mal wo auf der Webseite, WhatsApp oder Insta/Facebook gesehen habt. Die Kühe lieben sie! Die älteren sind zwar teilweise noch immer skeptisch, doch gerade die jungen stürzen sich regelmäßig darauf! Das war mit Abstand die beste Entscheidung! Wenn ich es richtig im Kopf habe, hat diese etwa 1500 € gekostet und ist jeden Cent wert, wenn man den Kühen dabei zusieht!
Eine größere Anschaffung war ein “Hoftrac”, ein kleiner wendiger Traktor, mit dem man ausmisten und Silo-/Heuballen transportieren kann. Spätestens beim Stallumbau bzw dann im Laufstall hätten wir den sowieso gebraucht und nun haben wir ihn schon im Herbst gekauft, da wir jetzt schon den Auslauf damit ausmisten können. Das erspart sehr viel Aufwand! Vorher wurde der Auslauf alle paar Wochen (oder nach einem schneereichen Winter im Frühling) komplett mit Bagger ausgemistet, nun kann alle 2-3 Tage in nur 10 Minuten alles wieder saubergemacht werden. Anschaffungskosten: 38.000 €.

Ihr seht also, es tat sich in den letzten Monaten einiges, was eigentlich vor einem Jahr noch undenkbar war bzw was wir überhaupt nicht geplant hatten! Wir bereuen NICHTS und freuen uns sehr, dass wir nun diesen Weg gehen. Natürlich hat er auch negative, unberechtigte Kritik und üble Rede eingebracht, doch wir konzentrieren uns auf die vielen positiven Nachrichten, Erlebnisse und Begegnungen! Es ist schön, dass DU ein Teil davon bist!

Zu guter Letzt bleibt uns nur noch, dir zu danken. Für dein Vertrauen, für deine Unterstützung und für deinen Willen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen – für die Tiere, für die Umwelt und für die Gesundheit.

VON HERZEN DANKE DAFÜR!
Hab eine schöne Zeit, rutsch gut rüber in das neue Jahr, und wir freuen uns, wenn du uns auch 2021 begleitest,
Juliane und Josef

PS: Falls du Fragen, Wünsche, Anregungen oder Beschwerden hast, melde dich bitte 🙂 Wir sind immer noch in der Entwicklungsphase und lernen ständig weiter und optimieren permanent unsere Abläufe.