Die Kosten

Um euch ein bisschen ein Verständnis dafür zu geben, was dieser Schritt für uns bedeutet, möchte ich hier ein paar Worte zu den Kosten schreiben. Wir machen selbst Heu und haben dafür relativ neue Maschinen, die in der Anschaffung insgesamt weit über 200.000 € gekostet haben. Dazu kommt die Arbeitszeit von uns das ganze Jahr über – füttern, Heuernte, ausmisten, düngen, Zäune instandsetzten, Tiere pflegen, Sprit, Büro, Sozialversicherung, … Wir können also unmöglich sagen: “Diese Kuh kostet im Jahr exakt xy €”. Das lässt sich schwer beziffern. Außerdem kann heutzutage kein Landwirt nur von den Tieren leben – fast jeder braucht zusätzliche Einahmen durch Zimmervermietung, Hauptberuf, Holzwirtschaft, …

Was wir euch darlegen können, ist die Summe, die wir durch diesen Schritt in diese tierleidfreie Zukunft verlieren. Vielleicht ist es dann verständlich, warum uns Spenden oder Patenschaften weiterhelfen können!

  • Wenn eine Kuh ein Kalb bekommt, gibt es eine Förderung, da wir eine seltene Nutztierrasse haben, deren Erhalt gefördert wird. Diese entspricht 180 € im Jahr. Im Schnitt hatten wir rund 15 Kühe, die jährlich gekalbt hatten. Also sind dies in Summe etwa 2.700 €, auf die wir ab nächstes Jahr verzichten.
  • Im Herbst wurden die Kälber verkauft, etwa um 600 € pro Kalb (dazu wird das Lebendgewicht berechnet). Meist auch 1-3 Kühe, die mit einem bleibenden Kalb nachbesetzt wurden. Im Schnitt waren es etwa 10.000 €.

Unser Ziel ist es, für jeder Rind 500 € pro Jahr abzudecken.

Doch was ist der Mehrwert?

  • Weniger Sorgen im Frühling, wenn die Kühe ihre Kälber gebähren.
    Leider läuft dabei nicht immer alles perfekt ab. Das Kalb kann verkehrt liegen oder nach der Geburt schwach sein oder Probleme beim Trinken haben, das Becken der Mutter könnte zu eng sein, der Nabel kann sich Tage nach der Geburt entzünden, …
  • Kein Trennungsschmerz der Kühe.
    Wenn die Kälber nach rund sechs Monaten verkauft werden (an den Schlachthof oder weiter in die Mast), dann rufen die Kühe bis zu drei Tage nach den Kälbern.
  • Kein “gefährlicher” Stier auf der Alm.
    Jedes Tier ist unberechenbar – vor allem ein großer massiger Bulle mitten in einem Almgebiet. Man weiß nie, wodurch er sich bedroht fühlen könnte, wenn er mit seinen Damen umherstreift. Für Wanderer (vor allem mit Hund und/oder Kindern) ist es gefährlich, bei einer Mutterkuhherde mit Stier und Kälbern vorbeizugehen. Ohne Stier und ohne Kälber ist das Risiko auf jeden Fall schon geringer.
  • Weniger Kraftfutter, weniger Leistung.
    Nichtträchtige Tiere brauchen keine körperliche Leistung zu erbringen. Der Körper wird weniger belastet und sie benötigen weniger Kraftfutter und Mineralien, was auch Ressourcen einspart. Außerdem stoßen Tiere, die nicht auf Leistung (zu)gefüttert werden müssen, weniger Methan aus und schädigen somit weniger die Umwelt (sofern an dieser Theorie etwas dran ist – da scheiden sich ja auch die Geister).
  • Wir tun der Umwelt und den Tieren etwas Gutes.
    Es fühlt sich gut an, zu wissen, dass wir keine Kälber mehr auf den Fleischmarkt werfen. Von uns kommen keine Tiere mehr, die stundenlang rumgekarrt und dann geschlachtet oder weitergemästet werden. Keine Rinder, die Minuten oder gar Stunden vor ihrem Tod Angst und Stress erleben müssen. Keine weiterverkauften Kühe, die dann Kälber bekommen, nur um dann Milch produzieren müssen.

Dieser MEHRWERT ist es, der uns Kraft gibt, diesen neuen ungewöhnlichen Weg zu gehen!