Mittagsschläfchen bei den Kälbern

Tagsüber, wenn die Sonne in den Auslauf scheint, ziehen sich die Kälber momentan gerne in die Box zurück und schlafen. Das ist für uns recht praktisch, denn wir brauchen dann nur das Tor zu schließen und können die Kühe rauslassen. Gut erzogen, oder?

Update von der Kälbergruppe, 15.11.2020

Die Kälber haben sich super als Gruppe zusammengefunden und sind sehr brav. Fast alle lassen sich streicheln und kraulen, nur Lilly ist immer noch etwas eigen und hält lieber Abstand. Obwohl wir alle gleich behandeln und Willy zum Beispiel zu einem absoluten Schmuser geworden ist, ist Lilly immer noch sehr scheu und schüchtern.

Hermine
Lilly
Anouk
Willy
Lilly
Gemeinschaftliches Fressen nach Sonnenuntergang

Für die Kälber wird es ernst!

Wir haben damit begonnen, die Kälber von ihren Mamas zu entwöhnen. Das ist deshalb so wichtig, weil wir die Kälber im Winter als eigene Gruppe halten, was platztechnisch so am besten ist. Es sind ja doch 7 Kälber aus diesem Jahr, die wir behalten!

Die Kälber und ihre Mamas machen sich recht gut. Diese Phase ist oftmals mit lautem Muhen verbunden 🙁 Natürlich ist so eine Entwöhnung nie leicht – umso froher sind wir, dass dies zum letzten Mal sein muss!

Mittlerweile ist es in der Kälbergruppe recht entspannt. Sie sind mit Cookie im Auslauf und genießen im Stroh liegend die Sonne. Für uns hat dies auch einen Vorteil, denn ohne Mamas können wir mehr Zeit mit den Kälbern verbringen, uns zu ihnen ins Stroh legen und mit ihnen kuscheln.

Hermine
Mini Emi
Hermine
Hermine
Cowboy
Cookie
Hermine

Kranke Cookie – Krankenschwester Hermine

Wie alle kleinen Kinder erwischt es auch mal ein kleines Kalb – Cookie hatte Durchfall, Bauchweh und hohes Fieber (41 Grad). Sie war schlapp und wollte nichts trinken – kein gutes Zeichen! Die Tierärztin kam und untersuchte die Kleine, schließlich bekam Cookie ein starkes Antibiotikum und Schmerzmittel, die ihr schnell helfen sollten, dass sie sich wieder besser fühlte und das Fieber sank. Am selben Abend sank die Temperatur unter 40 Grad, doch trinken wollte sie noch nichts.

Am nächsten Morgen stand schon eine hungrige Cookie am Tor und wartete auf ihre Milch – sie war wieder fit! Was für eine Erleichterung!

Die Tierärztin erklärte es uns so, dass Kälber eigentlich mit der Biestmilch (der ersten nährstoffreichen Milch nach der Geburt) von der Mutterkuh einen Nestschutz auf den Stall abgestimmt bekommen. Wenn nun ein Kalb auf einen anderen Hof kommt, kann es sein, dass dort Erreger sind, die der kleine Körper nicht kennt. Da ansonsten im Kot keine Bakterien gefunden wurden, liegt der Verdacht nahe, dass es an dem Stallwechsel und der Futterumstellung liegt.

Auf jeden Fall geht es Cookie schon vieeel besser! Ihre brave Aufpasserin Hermine hat für die nötige Nähe und Gesellschaft gesorgt.

Der erste Freigang von Cookie und Hermine

Die Mädls-WG von Cookie und Hermine hat sich recht gut eingespielt. Hermine hat die Rolle der großen Schwester übernommen und bietet Schutz und Nähe, aber auch Zurechtweisung oder mal ein Stoß mit dem Kopf, wenn die Kleine zu lästig oder frech wird. Eine Hassliebe verbindet die beiden. Wie es halt auch bei Geschwistern HIN UND WIEDER mal vorkommt 😉

Die ersten Tage sind ganz gut gelaufen. Die beiden haben eine große Box für sich, was bei nasskaltem Wetter von Vorteil ist. Als die Sonne schien, durften sie raus in den Auslauf und dies war Cookies allererstes Mal, dass sie die Sonne sah und frische Luft schnuppern durfte!

Wir werden öfters gefragt, warum Cookie nicht zur Herde kann oder ob wir sie nicht zu einer Kuh geben können zum Trinken. Leider ist dies nicht ganz so einfach, wie es sich anhört. Unsere Kälber sind ja quasi schon pubertierend und die Kühe bewegen sich abseits der Kälber schon frei, ohne extra aufpassen zu müssen. Es ist allgemein nach einer Geburt schon recht schwer, der Kuh ein fremdes Kalb unterzujubeln, da hat man ein paar Monate später nicht mehr viele Chancen. Natürlich gibt es Ausnahmen, doch in der Regel ist es nicht so einfach und romantisch, wie man sich das vielleicht vorstellen mag.

Außerdem sind unsere Rinder momentan Tag und Nacht auf der großen weitläufigen Herbstweide und Cookie hat keinerlei Bezug zu einer Kuh. Sie würde also nicht als “Mitglied” in der Herde mitlaufen, sondern eher als Fremde, die hier eigentlich nichts zu suchen hat. Deshalb bleibt Cookie beim Stall, wird von uns 2-3 Mal gefüttert und hat Hermine als Gefährtin bei sich.

Wir denken, dass es so aktuell am besten geht. In ein paar Wochen sieht es vielleicht schon wieder ganz anders aus 🙂

Cookie und Hermine – Beginn einer Freundschaft?

Cookie verbrachte die erste Nacht in einer Box abseits der Kuhherde, doch sie konnte bis zu einer Absperrung gehen, wo sich die Kühe mit ihren Kälbern während des nasskalten Wetters aufhielten. Dort hielt sie sich zumeist auf und suchte die Nähe von Artgenossen.

Anouk durfte mal kurz zu Cookie reinschnuppern. Wie riesig Anouk doch ist! Wie winzig Cookie! Später ließen wir sie kurz raus zu den Kühen in den Auslauf, da tapste der Winzling herum und reichte gerade mal bis zum Bauch der Kühe! Leider können diese sehr zickig, teils sogar aggressiv sein, wenn es nicht das eigene Kalb ist, das da herankommt. Die Gefahr, dass Cookie verletzt wird durch einen Tritt oder Kopfstoß, ist einfach zu groß. Deshalb beschlossen wir, dass Cookie mit Hermine, die ja ohne Mama in der Herde lebt, in eine große Box kommt. Dort können sich die beiden in Ruhe anfreunden. Wer weiß, vielleicht lieben sie sich ja dann heiß und innig und können sich innerhalb der Herde dann gemeinsam behaupten.