Cowboy und Linda – untrennbar!

Als wir beschlossen hatten, mehr Kälber als geplant zu behalten, wussten wir, dass wir sie ein letztes Mal von den Kühen trennen müssen. Platztechnisch ist es einfacher, eine Kälbergruppe im Auslauf und in der Box zu halten, als noch fünf große Kühe dazu. Deshalb hatten wir sie im Herbst für die Entwöhnung getrennt, damit die Milch der Kühe versiegt.

Nach ein paar Wochen ließen wir vereinzelt Kälber zu ihren Mamas, um zu schauen, was sie machen. Alle erkannten sie zwar, doch als die Kälber instinktiv zum Euter gingen und trinken wollten, wehrten sie es ab und ließen sie nicht mehr heran. Dabei war uns aufgefallen, dass Linda die einzige war, die hin und wieder im Stall nach ihrem Sohn Cowboy gerufen hat. Und Cowboy war auch der einzige, der dann reagierte; und auch umgekehrt, wenn er rief, antwortete Linda.

Nun ist es also so, dass Cowboy zu den Kühen darf, wenn Linda mit ihrer Gruppe draußen im Auslauf ist. Er geht dann gleich zu ihr, nuckelt am Euter (auch wenn scheinbar keine Milch drin ist) und ist am Ende dann, wenn es für die Kühe wieder in den Stall geht, im Gesicht oder am Hals ganz nassgeleckt von Linda. Die zwei sind immer noch sehr stark verbunden.

Interessant ist, dass Vanilli, die große Schwester, auch in dieser Gruppe ist, sie jedoch kein Interesse mehr zeigt, zu trinken.

Wir sind gespannt wie das weitergehen wird. So eine Situation ist völlig neu für uns!

Hier hatte sich Hermine auch mit rausgeschmuggelt zu den Kühen. Cowboy trinkt bei Linda daneben.

Fotos 19.11.2020

Die Stallzeit ist eher unspektakulär. Die Kühe verbringen den Tag damit, zu fressen, wiederzukäuen, zu dösen, sich zu kratzen, zu schlafen und dann wieder von vorne damit zu beginnen. Jeden Tag darf tagsüber eine Gruppe von Kühen draußen im Auslauf sein, während die Kälbergruppe in einer großen Box ist. So klappt es momentan ganz gut und wir haben das Gefühl, dass es so für alle ganz gut passt. Wir werden dadurch zwar im Winter einiges mehr an Stroh und Futter brauchen, aber das passt so. Wir gönnen es den Mädels, dass sie zum ersten Mal alle einen Winter ohne Trächtigkeit erleben können!

In dieser Gruppe sind acht Kühe – Mona, Latte, Blacky, Linda, Hedy, Milli, Vanilli und Stella. Diese Konstellation passt für den Winter ganz gut. Meist stehen die älteren Kühe bei der Siloraufe und Blacky und Milli bei der Heuraufe etwas abseits.

Vanilli
Vanilli
Stella
Latte
Hedy und Tochter Blacky
Linda

Update & Fotos 17.11.2020

Nun hat die Stallzeit begonnen! Ab sofort gehen wir morgens und abends rüber und füttern die Kühe, misten aus, streuen frisches Stroh ein und schauen, ob es allen gut geht. Da wir noch Anbindehaltung haben, kommt jeden Tag eine Gruppe von Kühen raus in den Auslauf, während die Kälber in der Box sind.

Dabei kann man unterschiedliches beobachten: Zuerst stürmen die Kühe raus, dann stellen sich gleich die ranghöheren zur Raufe und sichern sich den besten Platz am Silo, ehe das große Futtern beginnt. Ein, zwei Kühe gehen stattdessen zu Bürsten oder zur Stallecke und kratzen sich ausgiebig. Die rangniederen Tiere schleichen dazwischen herum und versuchen, nicht zu sehr aufzufallen, wie zum Beispiel Blacky oder Milli. Sie stehen lieber etwas abseits an der Heuraufe und es kann auch vorkommen, dass Milli sich zur Stalltüre stellt und wieder rein möchte, wenn es ihr zu viel wird draußen. Generell sind die jüngeren Tiere wie Milli, Blacky oder Vanilli eher jene, die Platz machen müssen, wenn eine ältere Kuh des Weges kommt.

Bei der aktuellen Gruppengröße von acht bzw. neun Kühen geht es sich allerdings schön aus, dass sie ein paar Stunden im Auslauf verbringen können, ohne sich zu sehr in die Quere zu kommen.

Ein paar Worte noch zu den gesetzlichen Vorgaben bei Anbindehaltung: In der Biohaltung ist momentan vorgegeben, dass die Kühe in der Stallzeit von November bis April 2x wöchtentlich Auslauf bekommen müssen. Dies muss in einem Kalender dokumentiert sein und bei einer Kontrolle vorgelegt werden. Doch wer kontrolliert, ob diese 2x wöchentlich eingehalten werden oder ob nur einfach so Striche gemacht werden? Von einer Auslaufdauer ist übrigens nichts angegeben. Das kann also von 5 Minuten bis zu 5 Stunden alles sein.

Latte
Blacky
Stella
Vanilli
Linda
Hedy
Milli
So siehts aus, wenn Milli an der Tür steht und wieder rein möchte.